Dr. rer. nat. Uwe Kirstein

Dr. rer. nat. Uwe Kirstein

 * 18.05.1944      † 15.06.2018

In Göttingen geboren, verbrachte Uwe Kirstein seine Schulzeit in Göttingen, Stuttgart und Altensteig, bevor er von 1964 bis 1971 an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen zunächst Biochemie und dann Biologie studierte. Nach seiner Diplom-Arbeit am Max-Planck-Institut für Virusforschung in Tübingen promovierte er dort auch zum Doktor der Naturwissenschaften im Fachbereich Chemie.

Mit seiner Einstellung am Institut für Zellbiologie (Tumorforschung) – kurz IFZ – zum 1. Januar 1976 nahm er seine wissenschaftliche Tätigkeit am Universitätsklinikum Essen auf, dem er zunächst bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2009, aber darüber hinaus auch bis zu seinem Tode treu blieb. Zusammen mit dem Gründungsdirektor des IFZ, Prof. Dr. Manfred F. Rajewsky, baute Uwe Kirstein das Institut auf. Ziel war es, in einem bereits bestehenden Zentrum der klinischen Onkologie eine exzellente Grundlagenforschung zu etablieren im Sinne eines „Comprehensive Cancer Center“, das sowohl Kliniken wie auch Grundlagenforschung vorweisen kann. Uwe Kirstein war an national und international hochrangig bewerteten Forschungsvorhaben beteiligt und Inhaber mehrerer Patente.  

Einsatz für den wissenschaftlichen Nachwuchs

Ab 1987 setzte er seinen wissenschaftlichen Schwerpunkt insbesondere auf die Forschung und Entwicklung in den Bereichen Zytometrie und Bildanalyse auf dem Niveau von Einzelzellen. Sein Wirken war geprägt von unermüdlichem Engagement und großer Beharrlichkeit, um das Institut zu einem national sowie international anerkannten Krebsforschungsinstitut in der Grundlagenforschung mit zu entwickeln. Auch nach seiner Pensionierung im Jahr 2009 unterstützte Uwe Kirstein engagiert als Berater die Forschung und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses am IFZ mit großer Empathie weiter und begleitete sie kritisch.

Die Gründungen der IFZ-Fördervereinigung e.V. 1990 und der DeSEK 2008 sind eng mit seinem Namen verbunden. Als Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der IFZ-Fördervereinigung und als Geschäftsführendes Kuratoriumsmitglied der DeSEK trug er maßgeblich dazu bei, dass diese beiden Institutionen die Forschungsarbeiten des IFZ so nachhaltig unterstützen können.

Unermüdliches Engagement für nachhaltige Unterstützung des IFZ  

Seine Vorstellung war immer, „dass weitere Fortschritte im Kampf gegen den Krebs in absehbarer Zeit erreicht werden können, wenn biomedizinische Krebsgrundlagenforschung auch durch private Mittel nachhaltig unterstützt wird. Denn es ist diese Ausrichtung der Krebsforschung, die das große Ziel hat, die molekularen und zellulären Mechanismen der Krebsentstehung weiter aufzuklären, um Krebserkrankungen wesentlich früher als heute erkennen und ursachenorientiert behandeln zu können“.

Die Mitglieder der IFZ-Fördervereinigung und des Kuratoriums der DeSEK sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IFZ haben einen großartigen Förderer und einen guten Freund verloren. Sie alle sind Uwe Kirstein für sein umfangreiches Wirken zu großem Dank verpflichtet und werden ihm stets ein ehrenvolles Andenken bewahren.